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Spiegelsplitter - Ava Reed

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Autorin: Ava Reed
Titel: Spiegelsplitter (Die Spiegel-Saga)
Verlag: Carlsen Impress
Seitenzahl: 438 Seiten (ebook); 358 (TB)
Reihe: Band 1 von 2
Format: ebook; Softcover TB
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3-646-60186-2
Preis: 3,99 (ebook); 12,99 (TB)
**Geheimnisvoll, romantisch und außergewöhnlich**
Caitlin weiß nicht, was es bedeutet, sich in einem Spiegel zu sehen, denn sie erblickt nichts darin. Doch er zieht sie an, ruft sie zu sich, wo auch immer sie ist. Eines Tages steht sie dem geheimnisvollen Finn gegenüber, der eine Sehnsucht in ihr weckt, der sie nicht entkommen kann. Immer wieder begegnen sich die beiden, ohne zu wissen, was sie in Wirklichkeit verbindet. Bis Caitlins Erbe zu erwachen beginnt und sie erkennt, dass es mehr auf dieser Welt gibt, als sie ahnt ...
Wo fange ich am Besten an. Ich denke, das Cover ist ein guter Einstieg, denn damit beginnt das Ganze schon. Ich muss ehrlich sagen, ich finde das Cover nicht schön. In einer Buchhandlung würde ich es nicht in die Hand nehmen, irgendwie fehlt mir daran die Qualität. Ohne das Mädchen vorne drauf, fände ich es durchaus ansprechender. Denn sowohl das Mädchen, als auch der Junge, stammen aus einer Datenbank und ich habe sie bereits auf anderen Covern gesehen. Außerdem wirken sie seltsam fehl am Platz, aber das nur am Rande.
Da ich im Internet schon viel über Ava Reed gehört habe und alle ihre Spiegelsaga so hoch loben, musste ich gleich zugreifen, als das ebook im Angebot war. Tja.
Rechtschreibfehler habe ich glücklicherweise keine entdeckt und das ist schon mal gut. Gerettet hat es das Buch allerdings nicht. Die Einführung ist an sich ganz vielversprechend gewesen, denn Caitlin erkennt sich selbst im Spiegel nicht, sieht lediglich eine silbrige Wand, nie aber ihr Spiegelbild. Das ist interessant. Auch als Finn ins Spiel kommt, verspricht die anfängliche Abneigung gegen ihn ein Duell der Gefühle - welches viel zu schnell verschwindet. Von einem Moment auf den Anderen ist ihre Gefühlslage ihm gegenüber ganz anders. Spannung habe ich leider vergeblich gesucht. Wann immer etwas passierte, geschah es in einer unfassbaren Geschwindigkeit. Kämpfe waren gehetzt, Beschreibungen minimiert. Ich konnte gar nicht um Figuren bangen, denn viel zu schnell war die Angst um sie wieder vorbei. Meist noch, bevor sie angefangen hat. Ich hatte nie das Gefühl von: "OH NEIN, BITTE NICHT! HILFE!", sondern eher ein "OH N... Ah vorbei." Schade. Potential hätte drin gesteckt, in vielen Situationen. Leider wurde ihnen nicht die Zeit gelassen. 
Diese Hetzerei zog sich leider auch durch das gesamte Buch. Die Interessanten Elemente, wie Flugreisen oder Trainings, wurden einfach übersprungen. Langweiliges, wie Kleidung und Duschprozesse, dafür genauestens beschrieben. 
Der Schreibstil ist zwar verständlich und flüssig, also einfach zu verstehen und zu verfolgen, aber für mich nicht nachvollziehbar. Die Dialoge wirkten gestelzt, fast dauerhaft habe ich gedacht: "So spricht doch niemand." Es war wirklich zum Haare raufen. 
Die Charaktere waren an sich sypathisch und hätten alle Potential gehabt. Es gab nicht zu viele, man wusste immer von wem die Rede ist, aber lebendig waren sie leider nicht. Sie hatten keine Geschichte hinter der erwähnten, hatten kein eigenes Leben, welches sich durch ihre Worte und Handlungen wiederspiegelt. Bei Dialogen habe ich mich oft gefragt, wer diesen Satz gerade sagt. 
Auch die Handlung wirkt merkwürdig gestelzt. Ich lese sehr gerne Fantasy, jeglicher Art, und weiß, dass es möglich ist, ausgedachte Elemente der Geschichte dennoch so zu beschreiben, dass sie glaubhaft erscheinen. Die Fantasy-Fans wissen, was ich damit meine. Hier hingegen wirkt alles realitätsfern, hingeschmissen. Als würde es nur eingebaut werden, weil es gerade passt und damit die Handlung weiter bringt. Es gibt kaum eine Situation, in der ich das Gefühl hatte, die Figuren haben aus einem eigenen Impuls gehandelt. Sie haben nicht gelebt. Sie waren leer. 
Schwierig fand ich zudem auch die Perspektivwechsel. Die Geschichte ist im Wechsel aus der Sicht von Caitlin und von Finn geschrieben. Jedes Kapitel gehört einem der Beiden. Das Problem ist: Die Geschichte wiederholt sich. Wird in Caitlings Kapitel beispielsweise die Zeit von 8.00 bis 13.00 Uhr beschrieben, wechselt es bei Finn zu 8.15 bis 13.30. Es passiert also alles noch einmal aus einer anderen Sicht. Dadurch wiederholen sich Dialoge, Handlungsbeschreibungen und Bewegungsabläufe sind doppelt. Es ist verwirrend, durcheinander und einschläfernd. Bei fast jedem Kapitel dachte ich: "Das hast du doch gerade schon gelesen". 
Die Ereignisse bleiben nicht im Kopf und auch der Cliffhanger ist nicht so, dass ich unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Der rote Faden war da, die Handlung nicht überzeugend und ich habe mich über jede Seite gefreut, die ich dem Ende näher kam.
Immerhin, das Genre passt.
Ich weiß, das klingt hart, aber ich habe einfach mehr erwartet. Habe mir so viel von dem Buch versprochen und wurde leider bitter enttäuscht. Die Ereignisse klingen nicht nach, sind genau so leer wie die Figuren und ich hatte oft das Gefühl, als wollte einfach jemand möglichst viel Papier beschreiben und diese Geschichte loswerden. Sie aus dem Kopf bekommen, anstatt sie leben zu lassen.
Bitte versteht es nicht falsch, ich finde Ava ist eine wirklich herzliche Person und ihre vielen guten Rezensionen sprechen für sich. Leider nicht für mich. Hier habe ich wieder einen Hype gefunden, dem ich mich nicht anschließen kann. Das beweist mir nur wieder: Jeder sollte sich seine eigene Meinung bilden. Auch wenn dieses Buch nicht überzeugend war, will ich Avas andere Bücher unbedingt lesen. Die Geschichten klingen toll und ich weiß selber, dass man mit jeder Geschichte ein wenig wächst, was das Schreiben angeht. Ich gebe ihr eine Chance und hoffe, ich werde mehr belohnt als hier. Dieses Buch hingegen, kann ich leider nicht empfehlen, aber es ist meine Meinung. Möglicherweise ist eure anders.
Für mich absolut einschläfernd, langweilig und träge. Schade. Hatte mir mehr versprochen.




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