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Royal - Ein Königreich aus Glas - Valentina Fast

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Titel: Royal - Ein Königreich aus Glas
Verlag: Carlsen Impress
Autorin: Valentina Fast
Format: Taschenbuch (12x18,70cm)
Seitenzahl: 447
ISBN: 978-3-551-31635-6
Preis: 9,99
Erschienen: März 2017
Alter: Ab 14 Jahre
Reihe: Band 1 und 2 der Royal-Serie
Infos: Die ebook-Reihe "Royal" erstmals als Taschenbuch. Band 1 und 2 in einem Buch.
"Möchtest du eine Prinzessin sein? Mit all dem Geld, dem Schmuck und dem Ruhm?" Den letzten Satz betonte er nicht ohne Grund, doch er klang ernst dabei - und sah noch schöner aus als je zuvor.
Im Königreich Viterra, einem durch eine Glaskuppel vom Rest der Welt abgeschirmten Land, findet alle paar Jahrzehnte eine prunkvolle Fernsehshow zur Prinzessinnenwahl statt. Zusammen mit den schönsten Mädchen der Nation soll die siebzehnjährige Tatyana um die Gunst vier junger Männer werben, von denen nur einer der wahre Prinz ist. Sie alle haben royale Eigenschaften und eine geheimnisvolle Vergangenheit, aber wer ist wirklich königlich?
Teil 1 und 2 der erfolgreichen Royal-Reihe in einem Buch!
Ich habe schon mehrfach von dem Buch gelesen und da das Cover mich ein wenig an Selection erinnerte, dachte ich: Interesse habe ich schon. Als es dann von Carlsen als Blogger-Willkommensgeschenk angeboten wurde, habe ich sogleich mein Glück versucht und wurde belohnt. Das Cover finde ich nach wie vor nicht schlecht. Eine hübsche junge Frau in einem Abendkleid, die Haare hochgesteckt und von einer Glasmurmel umschlossen. Im Grunde spiegelt es wieder, was im Klappentext angedeutet wird. So sollte es ja auch sein. Gegen das Cover gibt es also nicht zu meckern und auch der Klappentext macht neugierig, sonst hätte ich mich auch nicht dafür beworben. Denn so groß manch ein Hype auch sein mag, ich habe gelernt mir eine eigene Meinung zu bilden und nicht nur zu kaufen, was alle kaufen. Zu oft wurde ich enttäuscht. Leider hat auch hier der Klappentext mehr versprochen, als es meiner Meinung nach wirklich gab. 

Ich fange einfach mal mit dem Schreibstil an. Valentina Fast schreibt flüssig und verständlich, das kann man schon sagen. Auch Fehler finden sich keine (zumindest sind mir keine aufgefallen). ABER: Die Autorin schreibt für meinen Geschmack viel, viel, viel zu detailiert bei Dingen, die einfach langweilig und uninteressant sind. Ich muss nicht haargenau wissen, wie jedes einzelnde Kleid aussieht, wo welche Haarsträhne und welche Wimper hingeweht wurde (keine Angst, ich übertreibe hier ein wenig. So schlimm ist es dann doch nicht.) Aber im Ernst, so viele unwichtige Details, die sich immer wiederholen, haben mir am Ende einfach nur gelangweilt. Dabei beginnt es mit dem Prolog so gut. Die Einführung verspricht ein Buch voller Spannung, Liebe und dem ständigen Gefühl der Angst im Nacken. Was stattdessen kam, war der Zwang zu versuchen, nicht einzuschlafen und die Hoffnung, dass es am Ende doch bitte noch besser werden würde.
Spannung kam nämlich schlicht und ergreifend einfach keine auf. Gut, okay. Es ist ein Prinzessinenroman, aber hey! Das sind andere Bücher auch und da fiebert man wenigstens mit den Kandidatinnen mit! Hier gab es im ersten Band noch nicht einmal eine Entscheidung! (War das jetzt ein Spoiler?)
Jedenfalls wiederholten sich alle Gespräche und Aktionen immer und immer wieder, fast wie eine Endlosschleife. Und damit kommen wir auch gleich hinüber zu den Charakteren. Oder denen, die welche sein sollten. Oberflächlich angekratzt (inklusive der Protagonistin) konnte ich für niemanden was empfinden. Anstelle bei den zwei männlichen Anwärtern selbst zu verzweifeln und meinen Liebling herauszufiltern, wie es bei vielen Büchern mit Dreicks-Beziehung der Fall ist, blieb es in mir ernstaunlich leer. Ich dachte bloß: Ah, hier wird versucht eine Dreiecksbeziehung zu kreieren. Gesehen habe ich diese aber leider nicht. Stattdessen gingen mir die Kerle (vor allem Phillip) schon zu Beginn mächtig auf die Eierstöcke. Total unsympatisch, unplastisch und unreif. Keinen der Charaktere hätte es für diese Geschichte wirklich gebraucht, zumindest nicht so, wie sie derzeit ist. Dabei haben sie sicherlich alle ziemlich großes Potential. Immer wieder wurde etwas angedeutet und wieder verworfen, ein andauerndes hin und her, bei dem ich nur denken konnte: "Mensch, Junge. Krieg dich mal wieder ein!"
Dabei waren es gar nicht so viele Personen die erwähnt wurden. Von den zwanzig Mädchen etwa fünf, immer mal wieder, und dann eben die vier jungen Männer. Einfache Namen, einfach zu merken, aber ohne Gesicht. 
Dabei ist die Idee der Geschichte gar nicht mal schlecht. Ein Leben in einer Kuppel aus Glas, ein Königreich, dass Erben sucht (so in etwa). Doch weder in Band 1 noch Band 2 erfahre ich mehr darüber, was hinter der Kuppel ist. Und das es dort etwas gibt, ist unübersehbar! Leider also nicht gut umgesetzt. Es hätte so viele spannende Inhalte geben können. 
Auch kann ich nicht sagen, dass die Geschichte sonderlich neu ist. Im Grunde habe ich von Anfang an gedacht, es klingt wie eine Abwandlung von "Selection" von Kiera Cass. Was soll ich sagen, ich hatte Recht. Allerdings keine gute Abwandlung, um es offen zu sagen. Auch Kiera Cass hat dieses Thema des jungen Mädchens, die eigentlich nicht will aber trotzdem um die Gunst des Prinzen buhlt, behandelt. Und dennoch war ich in ihrer Story so viel mehr in den Figuren und im Geschehen.
Im zweiten Teil gab es Momente bei denen ich dachte, jetzt bringt sie noch Fragmente aus "Tribute von Panem" von Suzanne Collins ein. Zum Glück nur kleine Splitter und keine Brocken. (Puh).
Also, neu ist die Geschichte leider nicht und trotz rotem Faden, war die Handlung eher durcheinander und nicht wirklich überzeugend. Ich war überrascht, dass 447 Seiten so leer sein können.
Gut, der Cliffhanger war nicht schlecht und macht tatsächlich neugierig. Allerdings interessiert mich aufgrund des Rests nur der erste Satz und den kann ich mir eigentlich schon denken, da es ja immerhin mehrere Bände gibt. Alles also recht vorhersehbar. 
Genre aber passt. Immerhin.
Wirklich traurig, dass das Buch zuende ist, finde ich es aber nicht. 

Diese Rezension mag fies klingen und ich schreibe es auch nicht wirklich gerne, doch es geht hier um meine ehrliche und eigene Meinung und diese sieht nun einmal so aus. Dennoch scheint es genug Leser und Leserinnen zu geben, denen das Buch gefällt, denn sonst läge es nun nicht als Taschenbuch vor mir. Denn nicht jedes ebook bei Impress wird gedruckt. Aber mein Fall war es leider nicht. Die Reihe ist daher hier für mich beendet. Vielen Dank aber nochmal an das Team von Carlsen Impress und die Möglichkeit, dieses Buch zu lesen und zu rezensieren.
Ich kann eine anspruchsvolle Leserin sein, aber ich stehe zu meiner Meinung. 
Leider nicht überzeugend. Schade. Hatte mehr erhofft. Für das Cover und den guten Ansatz gibt es aber dennoch zwei Blättchen. Ganz sooooo schlecht, war es dann ja auch nicht.


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