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Phantasun - Veronika Mauel (Achtung SPOILER)

Autorin: Veronika Mauel
Titel: Phantasun
Verlag: Spielberg
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 303
ISBN: 978-3-
Format: ebook und Taschenbuch
Preis: 4,99/ 13,90€
Reihe: Nein

Sarina führt an der Seite ihres alkoholkranken Vaters ein recht ereignisloses und tristes Teenagerleben, bis sie auf unerklärliche Weise stets die gleichen Träume heimsuchen. Ein zwielichtiger Besucher entführt Sarina schließlich in ihr Traumreich, das tatsächlich existiert.
Phantasun! Doch wem kann sie in dieser wundersamen Welt trauen? Was führen Lunadra, die Königin der Nacht und ihr Sohn Zenturio im Schilde? Und dann ist da noch Taron, der schöne Lichtprinz, zu dem sie sich augenblicklich hingezogen fühlt. Doch auch er weiß eindeutig mehr, als er zugeben will …
 Was soll ich sagen? So richtig fasziniert war ich ehrlich gesagt nicht. Leider. Im Folgenden werde ich dies genauer begründen, daher wird es hier vermutlich vermehrt zu Spoilern kommen, da sich vieles auf den direkten Inhalt bezieht. Ich versuche in meinen Rezensionen Spoiler zu meiden, doch hier war es mir nicht möglich. Daher seid vorgewarnt, ich werde hier stark auf inhaltliche Aspekte eingehen.
Zunächst aber werde ich mich auf allgemeine Dinge fokussieren, wie das Cover etc.
Um ehrlich zu sein ist es nicht unbedingt ein Cover, das ich in der Buchhandlung in die Hand nehmen und kaufen würde, allerdings macht mich die Meerjungfrau vorne drauf neugierig und ich dachte, wieso nicht? Das Buch war bei Amazon im Angebot, also schlug ich zu.
Was mir dann recht schnell aufgefallen ist, war die falsche Kommasetzung. Ich bin selbst kein Profi was das angeht und wann immer jemand meine Texte lektoriert, komme auch bei mir oft rote Stellen zurück. Hier habe aber selbst ich gemerkt, dass das Komma an der falschen Stelle steht. Denn oft stand es, beinahe Wahllos, im Satz oder es wurde einem Nebensatz gemäß eingebaut, jedoch an falscher Stelle oder ohne Gegenstück. Wenn also ein Kommafehler mir schon auffällt, dann soll das was heißen :D
Auch mit der Protagonistin kam ich nicht wirklich zurecht. Sie glaubt die Dinge zu schnell und weiß zu viel, ohne das es ihr gesagt wird. Darauf werde ich später noch einmal eingehen.
Hin und wieder tauchen Wörter auf, die mich verwirren. Vielleicht sind sie absichtlich so, doch für mich klingen sie fehl am Platz. Da gibt es "spitzige" anstelle von "spitze" Zacken, oder "hunderterlei" anstelle von "hunderte". Sarinas Gedanken werden hinzukommend mal als kursiv und mal in Gänsefüßchen geschrieben, wo ich mir etwas einheitlicheres gewünscht hätte, um dem besser folgen zu können. Gespräche nehmen oft komische Wendungen und wirken daher eher unauthentisch. Ab und an fehlen Satzzeichen.
Mir hat oftmals die Spannung gefehlt und die Story hatte für mich zu wenig Biss. Das Leben an der Seite des alkoholkranken Vaters ist mir zu knapp, Sarina zu gefühlskalt.
Leider wird der Inhalt der Geschichte nicht sonderlich gerecht. Warum, darauf werde ich nun eingehen. Ab hier findet ihr also SPOILER!

Zunächst geht es damit los, dass Sarina, die immer wieder den gleichen Traum hat (es sind jedoch nur zwei Mal), dort einem geheimnisvollen jungen Mann begegnet, zu dem sie sich gleich hingezogen fühlt. Fällt das Wort auf ihn, so schreibt die Autorin stehts IHN. Auf Dauer nervt es mich einfach nur, da es ihn so übertrieben hervorhebt und das absolut unnötig ist, da er die einzige männliche Person in der Umgebung ist. Auch der Kuss zwischen dem Mann und Sarina kommt zu schnell. Bereits beim zweiten Mal, als sich die beiden im Traum begegnen, kommt es zum Kuss, wobei Sarina nichts von dieser Person weiß und es sogar ziemlich deutlich wird. Sie lässt sich eher von dem äußeren Erscheinungsbild blenden.
Es gibt Momente in der Geschichte, in der die Handlung für mich nicht übereinstimmt. Da ist zum Beispiel die Nacht, in welcher Sarina die Rollläden herunter lässt, weil sie Angst vor der Nacht hat. Als sie jedoch aufwacht, wird ihr Zimmer von einem Blitz draußen in gleißendes Licht getaucht. Zwar geht es ihrem Vater durch den Alkohol schlecht, doch Sarina geht einfach mit Zenturio mit. Auch sie leidet unter dem Verlust der Mutter, doch gerade wenn ihr Vater bereits mit Alkoholproblemen zu kämpfen hat, weil er mit dem Tod nicht umgehen kann, sollte sie doch zumindest einen Abschiedsbrief schreiben. Wie muss es ihm erst ergehen, wenn er auch noch seine Tochter plötzlich verliert. (Er stirbt zwar, aber das weiß sie ja noch nicht.) Als Zenturio sie gefangen nimmt, stößt er sie vor sich her. Im darauf folgenen Satz stolpert sie jedoch hinter ihm her. Immer wieder gibt es Gespräche, in denen es zu einer plötzlichen Wendung kommt und Sarina Themen anspricht, die sie gar nicht wissen kann, weil diese noch nicht (oder nur sehr undetailliert) zur Sprache gekommen sind. Das kann nicht sein. Sarina weiß somit mehr, als sie wissen kann.
Taron erklärt Sarina, dass sie in der Gegenwart einen Sonnen- oder Mondwesens für die jeweils andere Seite unsichtbar ist. Trotzdem kann das Eichhörnchen (ein Sonnenwesen?) Sarina in Zenturios Nähe (Mondwesen) sehen und sie befreien. Sarina verletzt sich durch einen Stein am Oberschenkel, woraufhin dieser sehr stark blutet und schmerzt. Sie zerreißt ihr T-Shirt (wieso reißen T-Shirts so schnell? Bei meinen geht das nicht einfach so) und presst es auf die Wunde. Im folgenden Teil des Buches wird kein einziges Mal auf das kaputte Shirt und die Wunde am Bein hingewiesen.
Als Sarina Zenturio begegnet, schnauzt sie ihn wütend an, was ihm denn einfällt plötzlich aufzutauchen, wo er doch bisher nur in ihren Träumen vorkam. Sarina wurde als schüchtern beschrieben. Wenn ich plötzlich einen Mann, von dem ich jede Nacht detailiert träume, leibhaftig vor mir stehen sehen würde, würde ich ihm das sicherlicht nicht sofort an den Kopf schmeißen.
An einer Stelle im Buch wird die Nacht mit einem Geräusch verbunden. Der Ruf des Uhus ist hier sehr laut, daher muss es Nacht sein. Doch auch am Tag kann ein Uhu (oder etwas anderes) sehr laut sein.
Der Sternenhimmel wird so beschrieben, dass jeder einzelne Zacken eines Sterns deutlich erkennbar ist. Normalerweise haben Sterne keine Zacken. Sollte dies also ein Merkmal der Welt Phantasun sein, wäre es sinnvoll, dies ggf. in Sarinas Gedanken zu erwähnen.
Zenturio war nie nett zu Sarina, dennoch geht sie in Gesprächen so darauf ein, als wäre er es gewesen. Er selbst sagt, er wolle den netten Mann nun nicht mehr spielen, jedoch hat er dies vorher nicht getan.
Taron und Zenturio wurden, wie ihre Mütter, vom gleichen Autor geschaffen. Wie können sie da den gleichen Vater haben. Er hat sie doch nur aufgeschrieben, und nicht mit den Müttern Söhne gezeugt. Von einem leiblichen Vater in Phantasun jedoch ist keine Rede.Wieso sehen sich die zwei so ähnlich und sind doch so anders? (Zwillinge, da gleiches Aussehen und Alter und dennoch kaum verwandt). Da wird mir zu wenig drauf eingegangen.
Taron und Sarina müssen bei einer ihrer Fluchten sehr lange und beschwerlich klettern. Für das allerletzte Stück aber, ruft Taron plötzlich einen Drachen herbei, auf dem sie fliegen. Wieso haben sie das nicht schon viel früher gemacht?
Sarina ist Schuld an den Zeitenwandlern, da sie ein unfertiges Manuskript hat. Ich weiß nicht, wie alt Sarina ist, aber da sie noch zur Schule geht, tippe ich auf etwa 16. Ihr allein wird die Schuld gegeben, dass Phantasun von den Zeitenwandlern heimgesucht wird und nur sie kann es beenden, in dem sie das Manuskript zuende schreibt. Doch es gibt tausende Kinder und Erwachsene auf der Welt, die unfertige Manuskripe haben. Allein auf meinem PC warten vier darauf weiter geschrieben zu werden und da sich ein Buch nicht in einer Nacht schreibt, wird es immer wieder Zeitenwandler geben, bis ein Autor fertig ist. Wieso also gibt es nur diese einen und wieso ist nur Sarina schuld?
Sarina kommt verdreckt im Sonnenschloss an und schämt sich für ihr aussehen. Doch eigentlich müsste Taron genau so schlimm aussehen, oder nicht?
Sarina befindet sich unter Wasser. Abgesehen davon, dass sie dort viele Dinge tut, die gar nicht gehen können und sich auch so bewegt, wie an Land, trägt sie ihr Manuskript bei sich und schreibt es auch zuende. Es ist aus Papier, da müsste es eigentlich aufweichen, während sie es mit sich herum schleppt.
Wenn Taron Sarina auf ihr Pferd setzt, dann ist sie im einen Moment vor ihm, plötzlich hinter ihm und bewegt ihre Hände manchmal so, als stünde sie ihm gegenüber.
Sarina und Taron stehlen einfach ein Auto und fahren nach Venedig, wo sie dann den Schlüssel stecken lassen. Aschließend brechen sie in ein leeres Ferienapartement ein. Sie hat weder Gewissensbisse, noch Angst erwischt zu werden. Abgesehen davon, dass sie DNA-Spuren hinterlässt und zudem noch als vermisst gilt.
Sie kommt anfangs nicht in ihr Haus, da die Polizei es abgesperrt hat. Dann plötzlich aber schon.
Sarina fehlt ewigkeiten in der Schule. Selbst wenn ihre Freundin Sara sich viel mit ihrem Freund beschäftigt, fragt sie kein einziges Mal nach Sarina. Sara ruft nicht an und kommt nicht vorbei. Sarina denkt nicht ein einziges Mal an Sara oder die Schule und was ihr Verschwinden auslösen könnte. Außerdem trauert mir Sarina zu wenig um ihren Vater. Sie hatten immer ein gutes Verhältnis, bis zum Tod der Mutter, woraufhin er dem Alkohol verfiel und Sarina alleine litt. Wieso hat sie ihrem Vater keine Hilfe gesucht und wieso trauert sie nicht um seinen Tod, als sie davon erfährt? Er ist ihr Vater, ihre Familie!
Warum war der Prolog über eine singende Meerjungfrau, bzw. wirkte wie eine Geschichte über Arielle? Weil Sarina ganz zum Schluss zu einer Meerjungfrau wird? Auch der Prolog vor dem Prolog ist mir zu lang und unnötig. Zu viel des Guten. Leider.
Ich habe hier nur einen Teil dessen beschrieben, was mich beim Lesen störte, aber ihr seht selbst, dass ein Lesefluss nicht wirklich zustande kommen konnte. Das Ganze wirkt mir zu überholt veröffentlicht. Leider.
Absolut nicht mein Fall, leider.

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