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Infernale - Sophie Jordan

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Titel: Infernale
Autorin: Sophie Jordan
Verlag: Loewe
Seitenzahl: 384
Format: Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen; ebook
ISBN: 978-3-7855-8167-4
Preis: 17,95€
Reihe: Band 1 von 2
Umschlag: Schutzumschlag mit Softtouchfolie, Spotlack
Ab 14 Jahre

 Davina Evelyn Hamilton, kurz Davy, war beliebt. Denn seit sie mit drei Jahren einfach so ein Klavierstück von Chopin fehlerfrei spielte, ohne jemals zuvor am Klavier gesessen zu haben, galt sie als Wunderkind. Sie ist intelligent, ihre Gabe ist die Musik, ihr steht eine große Zukunft bevor und noch dazu ist sie die Freundin von Zac, dem süßesten Jungen der Schule. Bis bei ihr das HTS-Gen diagnostiziert wird. Das Mörder-Gen. Plötzlich wendet sich jeder von ihr ab und auch Davy beginnt an sich zu zweifeln. Sie? Eine Mörderin? Kann das sein? Kann ein Gen wirklich darüber entscheiden, wer man ist und wie man handelt? Noch nie hat Davy jemandem weh getan? Soll sie wirklich dazu in der Lage sein, einen Menschen zu töten, Einfach so?
Davys Leben steht von einer Sekunde auf die Andere auf dem Kopf und sie muss sich entscheiden, auf welcher Seite und was für ein Mensch sie sein will. Oder hat sie überhaupt eine Wahl?
 Von klein auf hörte ich Wörter wie begabt. Überdurchschnittlich. Begnadet. 
Ich hatte all diese Wünsche, wollte etwas werden. Jemand. 
Niemand sagte: Das geht nicht. 
Niemand sagte: Mörderin. 

Als Davy in einem DNA-Test positiv auf das Mördergen Homicidal Tendency Syndrome (HTS) getestet wird, bricht ihre heile Welt zusammen. Sie muss die Schule wechseln, ihre Beziehung scheitert, ihre Freunde fürchten sich vor ihr und ihre Eltern meiden sie. Aber sie kann nicht glauben, dass sie imstande sein soll, einen Menschen zu töten. Doch Verrat und Verstoß zwingen Davy zum Äußersten. Wird sie das werden, für das alle Welt sie hält und vor dem sie sich am meisten fürchtet – eine Mörderin? 
 Dieses Buch landete nach einiger Überlegung auf der Leipziger Buchmesse in meine Tasche. Ich war nicht sicher, ob ich es gut finden würde, denn die Zeit davor hatte ich mit gehypeten Büchern eher schlechte Erfahrungen. Da es aber nach wie vor auf meiner Wunschliste und auch meiner #17für2017 Liste stand, gab ich mir einen Ruck und investierte. Was soll ich sagen, mein Entschluss wurde belohnt. Das Buch ist Hammer! Aber kommen wir einmal wieder runter und beginnen auch hier wie immer mit der Beurteilung des Covers.
Ich muss sagen, das Cover gefällt mir wirklich gut. Die Farbe und das Spiel mit dem Gesicht des Mädchens machen neugierig und ich wollte wissen, was das Zeichen an ihrem Hals bedeutet. Der Umschlag hat eine bestimmte Imprägnierung und fühlt sich gut an in der Hand. Auch der Titel klang irgendwie interessant. Ich habe seine Bedeutung einmal herausgesucht und jetzt macht es Sinn. Ich habe mich lange gefragt, was er bedeutet.
Infernale stammt von dem italienischen Wort "infernal" und bedeutet übersetzt höllisch, teuflisch oder unerträglich. Das Lustige ist, dass ein Synonym dafür diabolisch ist, denn das Buch "Diabolic" war das zweite Buch, welches ich auf der Buchmesse gekauft habe (Es hat mir auch gefallen)... Hm...
Erschienen ist das Buch jedenfalls im Original unter dem Titel "Uninvited", was soviel heißt wie unbedeutend, ungeladen, ungebeten oder unerwünscht. Das, was Davy nach ihrem Gen-Test plötzlich wird.
Rechtschreibfehler konnte ich keine finden und auch störende Zeichen o.ö. tauchten nicht auf. Damit war der Lesefluss schon gerettet, denn auch der Schreibstil war gut und angenehm zu durchtauchen.
Das Buch ist aufgeteilt in Teil 1 Träger und Teil 2 Mount Heaven. Vor dem ersten Kapitel gibt es bereits eine Pressemitteilung der darauf hin weist, was genau das HTS-Gen ist. Auch die weiteren Kapitel beginnen mit Auszügen aus SMS-Chats, Behördenbriefen, Zeitungsartikeln, Gesprächsmitschnitten etc. Diese geben dem Leser ein wenig mehr Informationen als die Hauptfigur, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist, besitzt. Wirklich schlau daraus wird man aber nicht, stattdessen versucht der Kopf sich einen Reim daraus zu machen.
Eingeführt wird man mit einer kurzen und knappen Schilderung von Davys bisherigem Leben, ehe es gleich zum Punkt kommt, in dem sich Davys Leben wandelt.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, lückenlos und angenehm zu lesen. Schon mit wenigen Begriffen schafft sie es, ein Umfeld herzustellen, in welches man eintauchen kann und nicht mehr daraus hervorkommen möchte. Die Worte fesselten mich, drangen tief in mein Bewusstsein und lösten aus, was ich lange nicht mehr spürte. Ich war Davy, durch und durch. Jeden Schlag, jede verbale und körperliche Attacke, jedes Kratzen im Hals und auch die versteckten Tränen fühlte ich mit. Mir wurde schlecht, unwohl, Verwirrung breitete sich in meinem Körper aus und lies mich zweifeln. Liegt es daran, dass die Jahreszahl nur zwei Jahre in der Zukunft liegen? Das Gewalt derzeit immer mehr zunimmt und sich wirklich die Frage stellt, wie weit unsere Gene uns definieren? Oder liegt es einfach an der Beschreibung. Vielleicht ist es beides zusammen, vielleicht nicht. Fest steht, ich war gefangen in dieser Geschichte und wann immer ich konnte, jede Pause bei der Arbeit, jede Minute in der S-Bahn habe ich damit verbracht, dieses Buch zu lesen. Jede Unterbrechung war beinahe eine Qual. Das hatte ich ewig nicht und ich danke Sophie Jordan dafür. So fühlt sich Lesen an.
Die Protagonistin ist authentisch, ihre Mitcharaktere auf ihre Art und Weise sympathisch, auch wenn man einige von ihnen zu hassen scheint. Sie wenden sich von Davy ab, denn das HTS-Gen ist gefährlich. Und auch wenn Davy nun selbst Trägerin ist, so denkt auch sie auf diese Weise über ihresgleichen, beurteilt jeden nach seinem Gen. Kann man es da den anderen verdenken? Kann man vor sich selber Angst haben? Ja, kann man.
Es gab nicht zu viele Charaktere und auch die Namen waren einfach genug, um einen Überblick behalten zu können.
Ich finde die Geschichte, deren roter Faden sich von vorne bis hinten auf spannende Weise durchzieht, toll umgesetzt. Die Spannung flaut nicht ab und bisher habe ich auch noch kein anderes Buch auf dieser Art und Weise gelesen (auch wenn mir gerade auffällt, dass es in Diabolic ebenfalls um Gene ging. Kann man da etwas draus interpretieren?). Die Handlung war überzeugend und noch während des Lesens klangen die Ereignisse in mir nach, drängten nach Antworten und weiteren Informationen. Das Ende ist nicht vorhersehbar und ich bin mir sicher, dass der zweite Teil nicht lange auf sich warten lässt, bis er in meinem Regal landet. Auch wenn ich Angst habe, dass er nicht an den ersten heran kommt. In diesem Falle muss ich einfach hoffen.
 Absolut geniales Leseerlebnis. Definitiv eine Empfehlung!

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