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Feuer & Flut - Victoria Scott

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Titel: Feuer & Flut
Autorin: Victoria Scott
Verlag: cbt
Seitenzahl: 400 HC
Format: gebunden mit Umschlag/ eBook/Taschenbuch
Genre: Dystopie
Preis: 16,99
ISBN: 978-3-570-16293-4

Ab 14 Jahre


Die 17-jährige Tella zögert keine Sekunde, als sie eine Einladung zum mysteriösen Brimstone Bleed erhält, einem tödlichen Wettrennen, das sie und andere Teilnehmer durch einen tückischen Dschungel und eine sengend heiße Wüste führt. Als Preis winkt das Heilmittel für ihren todkranken Bruder. Zur Seite steht ihr ein Pandora, ein genetisch verändertes Tier, das sie bei ihrer Aufgabe unterstützen soll. In ihrem Fall ist es ein Fuchs namens Madox, und gemeinsam kämpfen sie sich durch die erste Etappe des mörderischen Rennens. Doch es kann nur einen Sieger geben, und jeder Teilnehmer ist bereit, sein Leben für das eines geliebten Menschen aufs Spiel zu setzen. Tella muss mehr über das Brimstone Bleed erfahren, bevor ihre Zeit abläuft. Doch dann verliebt sie sich in den mysteriösen Guy – und alle freundschaftlichen Gefühle scheinen dahin, als es auf die Zielgerade zugeht …
Für Tella bricht eine Welt zusammen, als sie mit ihrer Familie weg zieht, denn sie muss ihr altes Leben zurücklassen. Ihre Freunde, ihre Schule, ihr altes Ich. Von nun an ist sie die kleine Schwester, die jeden Tag im Zimmer ihres Bruders kontrolliert, ob er noch atmet. Als eines Tages ein kleines Gerät in ihrem Zimmer auftaucht und sie einläd, am Brimstone Bleed teilzunehmen um ein Heilmittel für ihren Bruder zu gewinnen, zögert sie keine Sekunde. Sich gegen die Elterliche Anweisung wiedersetzend verschwindet Tella in einer Nacht und Nebel-Aktion von Zuhause. Doch was immer Tella von dem Rennen erwartet hat, es war nicht ansatzweise so wie das, was ihr nun bevorsteht. Gemeinsam mit einem Pandora muss sich Telle durch vier Ökosysteme kämpfen. Der Start ist ein Dschungel. Tella heizt sich selber an, indem sie an ihren kranken Bruder denkt, jedoch ist sie nicht die Einzige, die für einen kranken Menschen versucht zu gewinnen. Und nicht alle Teilnehmer sind Teamworker.
Zunächst einmal das Cover: Es ist schlicht und dennoch ein wenig düster und geheimnisvoll. Es macht neugierig, doch verraten tut es nichts. Nicht einmal ansatzweise. Schon der erste Satz macht neugierig auf mehr und es dauert nicht lange, bis das Buch an Fahrt gewinnt. Immer wieder wechseln sich Spannungspassagen und Beschreibungen ab, so dass es niemals langweilig wird. Spätestens ab der Mitte des Buches wollte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen und dennoch war der Wunsch groß, es von mir zu schmeißen. Victoria Scott schafft es mit wenigen Worten so detailliert zu beschreiben, dass es mir mitunter schwer viel meinen Mageninhalt zu behalten und nicht lauthals anzufangen zu weinen. Weil man tief in Tella steckt und mit ihr jegliche Gefühle durchlebt. Ich frage mich manchmal, wie Telle das schafft. Das Modepüppchen ist zur Piratenbraut geworden.
Der Schreibstil ist flüssig und nicht zu detailliert, das einzig nervige ist, dass Guy immer gleich beschrieben wird. Kantiges Gesicht, tödliche blaue Augen, Muskeln, blablabla. Dance Victoria Scott, ich weiß nun wie er aussieht. Da der Rest der Geschichte jedoch mitreißend ist, schaue ich über diese gelegentliche Unterbrechung gnädig hinweg (hihi).
Die Charaktere, denen Telle mit der Zeit begegnet, habe ich schnell genauso ins Herz geschlossen, wie unsere Protagonistin. Oder abgrundtief gehasst. Es ist erstaunlich mit wie wenig Worten die Autorin es schafft verschiedenen Figuren ein eigenen Leben, eine eigene Persönlichkeit zu geben. Es sind auch nicht zu viele, eine überschaubare Gruppe bleibt beständig und man behält den Überblick. Das einzig verwirrende sind die Namen der Pandora, denn nicht jeder gibt seinem einen Namen. Dann tauchen Bezeichnungen wie KD-1 und RX-13 auf und ich ertappe mich immer wieder dabei wie ich verzweifelt versuche mich daran zu erinnern, wer das denn jetzt wieder war. Da jedes Pandora aber ebenfalls eigene Charakterzüge hat wird es meistens klar.
Ich denke, die Idee des Buches ist durchaus gut umgesetzt. Es hat etwas Dystopisches, wenn man den Hintergrund des Brimstone Bleed hinterfragt und es erinnert ein wenig an Panem, auch wenn die Teilnehmer nicht explizit darauf getrimmt wurden, sich gegenseitig zu töten, so scheinen die Ökosysteme des Rennens geplant und die "Spielleiter" greifen immer wieder in das Rennen ein. 
Der rote Faden der Geschichte wandert kurvig vom ersten bis zum letzten Kapitel und man kann sich gut daran entlang hangeln, erfährt stets nur das, was es zu verstehen brauch und ist ziemlich überzeugend. Jeder Charakter handelt anders, das macht ihn so menschlich.
Zudem weiß man nicht, wie das Buch ausgehen wird (abgesehen davon, dass es einen zweiten Teil gibt), jedoch, dass es im ersten Band um zwei der vier Ökosysteme geht. Wüste und Dschungel.
Immer wieder musste ich beim Lesen kurz verschnaufen und durchatmen, weil mich das Geschehen so mitgenommen hat, während ich gleichzeitig bemüht war, nicht sofort weiter lesen zu wollen. Absolut gelungenes Lese-Vergnügen und Teil zwei ist auch fast durch :)






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