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Club der roten Bänder - Albert Espinosa





Titel: Club der roten Bänder
Autor/in: Albert Espinosa
Seitenzahl: TB 224 Seiten
Verlag: GOLDMANN
ISBN: 978-3-442-221-769
Preis: 8,99





Albert Espinosa ist dreizehn Jahre alt, als er an Knochenkrebs erkrankt. Doch statt zu resignieren, nimmt er den Kampf gegen die Krankheit auf. Mit fünf anderen "Todgeweihten" gründet er den Club der roten Bänder. Gemeinsam finden sie heraus, wie Glücklichsein wirklich geht. Albert ist davon überzeugt, dass eine Glücksakte viel wichtiger ist als eine Krankenakte mit Fieberkurve. Als sein Bein amputiert werden muss, veranstaltet er eine Abschiedsparty für sein Bein. Seine Glücksregeln stecken voller Humor und Optimismus und zeigen: Glück, das nicht auf der Hand liegt, sondern sich erst auf den zweiten Blick zeigt, ist dafür umso intensiver.

In diesem Buch schreibt Albert Espinosa über die "Gelbe Welt." Der Originaltitel lautet daher "Glücksgeheimnisse aus der gelben Welt." Zehn Jahre hat Albert gegen den Krebs gekämpft, dabei einen Unterschenkel, einen Lungenflügel und ein Stück Leber verloren. Doch Albert spricht nicht von Verlust, sondern von Gewinn. Er hat einen Stumpf und 23 Entdeckungen für sein Leben gewonnen. Diese 23 Entdeckungen, die ihn geprägt haben, offenbart er dem Leser. Das Buch ist dabei in vier Abschnitte unterteilt, die sich an das Gedicht Autobiografie von Gabriel Celaya richten. So geht's los, So geht's weiter, So wird gelebt und Und zur Ruhe kommen. Albert erzählt, was er durch seine Krankheit gewonnen hat, hat ihn gelehrt, wer er ist und die Angst vor dem Tod überwinden lassen. Er ermutigt, an seinen Träumen fest zu halten, bis sie wahr sind und stets mit offenen Augen durch das Leben zu gehen. Er wiederholt Zitate von Menschen, die ihn geprägt haben und ohne es zu wissen sein Leben bereicherten. Albert Espinosa gibt dem Leser eine Anleitung für ein glückliches Leben mit, dass jeder führen kann. Sich ab und an hinzulegen und die Augen zu schließen, sich am Bahnhof "Gelbe" zu suchen oder einfach auf seine innere Stimme zu hören, sind dabei erst der Anfang.

Ich muss zugeben, dass ich ein wenig enttäuscht bin. Das liegt womöglich daran, dass ich mit anderen Erwartungen an das Buch gegangen bin. Wie vermutlich viele, habe ich mir das Buch gekauft, nachdem ich die Serie auf VOX geschaut hatte. Diese Serie hat mich tief berührt und einiges in mir bewegt, daher wollte ich unbedingt wissen, welche Geschichte dahinter steckt. Ich wollte den "echten" Club der roten Bänder kennen lernen, wollte wissen, wer die Kinder wirklich waren und wie ihr Leben im Krankenhaus verlief. Ich wollte etwas über ihre Krankheiten erfahren, wie sie damit umgingen und wie sie ihren Club gründeten. Wissen, wie es wirklich war. Aber ich wurde enttäuscht. In diesem Buch geht es um die gelbe Welt. Es geht um unsere Mitmenschen und um uns selber. Wie wir uns finden, was das Krankenhaus Albert lehrte und was wir daraus lernen können. In diesem Buch wurde kein einziges Mal "Club der roten Bänder" geschrieben, nicht mal die Bänder an sich wurden erwähnt. Es gab lediglich ein Mal den Hinweis, dass Albert im Krankenhaus engen Kontakt zu fünf weiteren Kindern hatte. Das war er. Keine Infos. Nichts. Ich hatte mich auf eine Hintergrundgeschichte eingestellt und einen Ratgeber für das Leben erhalten. Der Ratgeber ist gut, einige Dinge werde ich vermutlich anwenden können, oder versuchen mich an sie zu erinnern, dennoch bleibt diese leere in mir, die ich nach der Serie gehofft hatte, durch das Buch füllen zu können.

Das Buch ist wirklich gut und interessant, das möchte ich hiermit auf keinster Weise bestreiten. Doch bei einer Rezension geht es um die eigene Meinung und meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt. Es ist interessant, aber nicht das, was ich gesucht habe. Daher gibt es von mir leider nur drei Blättchen.






Kommentare:

  1. Ich habe die Serie nicht geguckt, aber ich habe auch vermutet, dass es sich um die belletristische Vorlage handelt. Aber wahrscheinlich haben die Produzenten des Originals mit dem Autor gesprochen und daraus die Serie entwickelt. Andererseits klingt es für mich nach einem guten, positivne Buch. "Heute trag ich Blond" war ein Buch, das sich ebenfalls mit Krebs beschäftigt, aber am Ende war mir die Hauptfigur so unsympatisch, dass ich die letzten Seiten auf unbestimmten Zeit verschiebe :-)

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  2. Ja, die Filmemacher haben sich mit Albert getroffen und er war auch am Set um die Darsteller kennen zu lernen. Schau dir die Serie auf jeden Fall mal an, die ist wirklich gut und geht mitten ins Herz. Momentan kann man die erste Staffel noch auf Vox.de schauen, weil die zweite ja gerade im TV läuft. Und das Buch ist für diejenigen, die das Leben nicht schätzen auch sehr Interessant. Weil man froh ist, das Ganze nicht selber durchleben zu müssen.

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