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Blut der Bäume - Vivien Verley

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Autorin: Vivien Verley
Titel: Blut der Bäume
Verlag: Fantasygirls im dritten Raum
Genre: Fantasy
Format: eBook und TB
Seitenzahl: 423 (TB)
ISBN: 978-1499722857 (eBook)
Preis: 14,90 (TB)
Auflage: 1. Auflage 2014

Nach einem schweren Verkehrsunfall mit zwölf gerät die Welt der fünfzehnjährigen Caro aus den Fugen. Ihr Blick kann töten - oder sieht sie lediglich, was sowieso geschehen wäre? Und wieso hat sie den Unfall überlebt? Denn seit 300 Jahren sterben alle erstgeborenen Töchter der Familie in ihrem zwölften Lebensjahr. Ein nicht ganz freiwilliger Urlaub auf der Burg ihrer Großeltern im ebenso idyllischen wie verschlafenen Ort Friedenstein soll Caro auf andere Gedanken bringen. Sie gewinnt neue Freunde und schafft sich neue Feinde, spielt Theater und verliebt sich Hals über Kopf. Eine übliche Teenagerstory also? Nicht ganz. Denn immer wieder verschlägt es Caro in eine andere Zeit, dorthin, wo vor 300 Jahren mit dem dramatischen Schicksal ihrer Vorfahrin alles begann... "Blut der Bäume" ist der erste Roman der sechzehnjährigen Vivien Verley. Er entstand im Rahmen des Projekts FANTASYGIRLS, bei dem junge Talente von erfahrenen Lektoren betreut und gefördert werden.
Carolina "Caro" Josefin Torre ist anders als die Anderen. Mit ihren pinken Haaren und den zwei verschiedenen Augen fällt sie auf und doch erkennt niemand in ihr den ehemaligen Serien-Star, der sie vor ihrem Unfall gewesen ist. Und das ist gut so, denn Caro ist ein anderer Mensch geworden und will mit ihrem alten Leben nichts mehr zu tun haben. Um sich einen neuen Status zu erarbeiten fängt sie an zu klauen, zu trinken und abzuhauen. Irgendwie muss sie ihren Frust ja rauslassen. Denn ohne ihre Brille sieht Caro den Tod der Menschen hervor und wie es aussieht sorgt sie mit ihrem Blick auch dafür, dass er wirklich eintrifft. Nach einem weiteren Aufgriff von der Polizei beschließt ihre Familie, dass Caro drei Wochen zu ihren Großeltern auf die Burg soll, um sich über ihre Taten Gedanken zu machen. Doch auf der Burg kommt alles plötzlich anders. Nicht nur ihre Cousine Janina und ihre Großeltern scheinen netter zu sein, als Caro dachte, sondern auch die Theatergruppe, in die Caro kurzerhand mitgeschliffen wird, besteht aus einer Gruppe freundlicher Jugendlicher, die Caro herzlich in ihre Mitte aufnehmen. Und Derek, der sie mit seinen Klee-Augen immer so ansieht. Blöd nur, dass Chiara Derek für sich haben will und alles dafür tun will, Caro von ihm fern zu halten. Und wenn sie dabei über Leichen gehen muss. 
Zuerst einmal vielen Dank an die Autorin, dass sie mir ihren Roman als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Ich durfte das eBook lesen.
Dennoch möchte ich hier ehrlich sein, denn das ist der Sinn einer Rezension. Ich bin mit diesem Buch nicht sonderlich warm geworden. Mir waren teilweise zu viele unwichtige Beschreibungen ausformuliert, die mich ein wenig aus dem Lesefluss gerissen haben. Ich muss nicht über jedes Kleidungsstück bescheid wissen, dass die Personen im Buch tragen und auch nicht jede kleinste Handbewegung. Am meisten Probleme hatte ich auch mit den Dialogen, denn viel zu oft sprachen zwei oder mehr Menschen miteinander und die gesprochen Sätze wurden hintereinander weg geschrieben. Mir fehlte oft die Information, wer genau gesprochen hat und es wirkte ein wenig durcheinander. Die Dialoge sind an sich schön formuliert und geschrieben, wie man auch wirklich sprechen würde, aber leider nicht eindeutig definiert und zuordnbar. 
Die Kapitel endeten die meiste Zeit damit, dass Caro einschläft und das neue Kapitel begann mit ihren Aufwachen. Das kann man mal machen, aber auch Dauer wird es langweilig.
Ich bin mit Caro irgendwie nicht so ganz warm geworden, das passiert. Jeder Mensch ist anders und auch zu meinen Figuren hat nicht jeder den selben Bezug. Manche Handlungen von ihr und den anderen Personen waren für mich nicht nachvollziehbar und zeitweise ein wenig unnötig.
Die Gedanken von Caro wurden mittels ^-Zeichen und kursivem Text gekennzeichnet. Mich hat dieses ^-Zeichen immer gestört. Kursiv hätte gereicht, um einen Gedanken zu markieren und den Lesefluss einfacher gemacht. Kleiner Hinweis für die nächste Auflage ;)
Dennoch fand ich die Geschichte interessant, mir hat lediglich die Spannung gefehlt. Es sind viele Seiten und doch passiert nichts, was mir irgendwie den Atem geraubt hätte. Natürlich gibt es spannende Momente, aber die waren sehr kurz und mit meist unwichtigen Sachen ausformuliert. Meiner Meinung nach hätte es ruhig ein wenig spannender sein können. 
Viele Fragen bleiben offen, vermutlich werden sie im zweiten Teil weiter aufgegriffen, aber es kam mir manchmal so vor, dass bestimmte Dinge vom Anfang einfach vergessen wurden. Ich kann mich aber natürlich irren.
Das Cover finde ich an sich sehr schön, aber mich stören die Augen darauf. Sie wirken zu stark gezeichnet/animiert, für meinen Geschmack, und zerstören ein wenig die Atmosphäre des Waldes. Ich hätte sie nicht unbedingt gebraucht, der Wald ist aber wirklich schön.
Ich habe mich irgendwann gefragt, warum das Buch Blut der Bäume heißt, und bin bisher nicht dahinter gekommen.
Ich weiß, hier standen jetzt viele negative Dinge drin, aber es ist ganz bestimmt kein schlechtes Buch. Das witzige ist, dass mir vieles von den Dingen hier bekannt vorkommt. Mein eigener Roman ist ebenfalls mit 16 das erste Mal fertig gewesen und was soll ich sagen? Ich hab die gleichen Fehler gemacht. Ich habe viel zu viel Nebensachen beschrieben etc., auf die mich mein Lektor explizit hingewiesen hat. Daher würde ich sagen, dass das Buch dem Alter der Autorin entsprechend angemessen ist :D
Am Ende gibt es jedenfalls einen Cliffhänger und macht neugierig auf mehr. Vielleicht gibt es ja bald einen zweiten Teil, der die noch offenen Fragen beantwortet. Ich kann mir auch vorstellen, dass die Autorin mit der Zeit anders schreibt.
Tolle Geschichte und viel Potenzial aber leider nicht so ganz meine Welt. Ich hatte viele Momente, wo ich auch dem Fluss geworfen wurde oder mit den Personen nicht zurecht kam. Aber auf allem kann man aufbauen und ich wünsche der Autorin weiterhin viel Erfolg bei ihren Projekten. Wie sagt man so schön? Learning by doing :D



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