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Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär - Walter Moers

Titel: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär
Autor: Walter Moers
Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 703
Format: Taschenbuch
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3-442-45381-8
Preis: 10,-
Reihe: Nein

 Die halben Lebenserinnerungen eines Seebaren - ein Universum für sich!
Käpt'n Blaubär entführt die Leser in eine Welt der Phantasie: 
auf den Kontinent Zamonie, wo Intelligenz eine übertragbare Krankheit ist und all jene Wesen hausen, die aus unserem täglichen Leben verbannt sind. Eine aufregende Reise durch ein märchenhaftes Reich, in dem alles möglich ist - nur nicht die Langeweile!
In diesem Buch geht es um 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, das sind genau die Hälfte derer, die er insgesamt haben wird. Denn eigentlich hat ein Blaubär 27 Stück. In diesen hier erzählten 13 1/2 Leben hat Blaubär vieles erlebt und alles begann an dem Tag an dem seine Existenz startete. Oder viel mehr seine Erinnerungen. Blaubär weiß nicht, wann und wie er gebohren wurde, sondern nur, dass er plötzlich in einer Walnussschale auf dem Ozean schwimmt. Denn ein junger Blaubär ist nicht viel größer als eine Blaubeere. Je älter er wird und je mehr Leben er durchlebt, desto weiser und größer wird unser blauer Freund, den viele bestimmt aus ihrer Kindheit kennen. Die größte Intelligenz findet er bei Prof. Dr. Abdul Nachtigaller. Wie, wo und warum, das müsst ihr allerdings selber lesen.
"Das Leben ist zu kostbar, um es dem Schicksal zu überlassen" Deus X. Machina
Mit diesem Zitat einer Figur aus dem dicken Roman von Walter Moers beginnt die Geschichte, noch vor dem Vorwort, ehe es an die eigentliche Reise des kleinen Blaubären geht. Und die hat es ganz schön in sich. Auf 703 Seiten werden die Hälfte aller 27 Leben des Bären auf genaueste Art erzählt, und damit meine ich wirklich ganz genau.
Walter Moers hat seine eigene Welt in unsere intergriert. Eine Welt, die den Menschen verboten ist zu betreten und von Wesen bevölkert wird, die wir uns nicht einmal in unseren Träumen ausmalen können. Klabauterkeister, Zwergpiraten, Tratschwellen, Berghutzen, Bollogs und noch unzählige mehr. Wo die alle herkommen ist fraglich, fest steht aber: sie sind da. Unter uns. Irgendwo auf Zamonien. Denn hier spielt die Geschichte. Zamonien liegt, laut enthaltener Karte, zwischen Amerika, Süd-Amerika, Afrika und Eurasien und ist selbst unterteilt in verschiendene Bereiche. Die süße Wüste, die Klabauterinsel, die Finsterberge, Unbiskant und Atlantis sind nur einige wenige davon.
Genau wie die Karten der unbekannten Welt, gibt es auch im Buch selber immer wieder Zeichnungen der fremdartigen Wesen und Blaubär selbst. Zudem gibt es immer wieder Einschübe aus dem "Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung", denn ohne würde man viele der vorkommenen Wesen und Phänomene kaum begreifen. Auch mit Lexikon sind sie beinahe unbegreiflich.
Das Cover des Buches ist recht schlicht, denn aus einem Vorhang von blauen Barteln schaut neugierig der Kopf des kleinen Blaubären hervor. Seine gelben Augen sind unsicher und ziehen interessierte Leser dennoch zu sich. Obwohl es recht schlicht gehalten wurde, erzählt es bereits ein wenig über das Buch.
Rechtschreibfehler sind mir keine aufgefallen und wenn es so wäre, so bin ich mir sicher, sie sind absichtlich eingebaut. Eingeführt wird man in die Geschichte durch das oben genannte Zitat und ein kurzes Vorwort von Blaubär selber, ehe es mit seinem ersten Leben beginnt. Jedes Leben ist durch eine seperate Seite gekennzeichnet, welche bereits grob darüber informiert, worum es in diesem Leben geht. Jedes Leben ist zudem ein neues Kapitel im Buch und somit sind sie alle unterschiedlich lang.
Die Spannung war okay. Blaubär sind zwar immer wieder neue Sachen passiert, aber wirklich Herzklopfen hat man nicht gehabt. Es war viel mehr amüsant zu erfahren, was alles geschieht und wie Blaubär aus der Sache wieder herauskommt. Mitunter hatte das Buch aber seine Längen, beispielsweise im zwölften Leben, welches nicht nur das längste Kapitel ist, sondern zudem mit 18 Seiten Wesen-Beschreibung daherkommt. Auch wenn die vielen Wesen alle interessant sind, so muss man sie doch nicht alle einzeln aufzählen. Denn sie sind so besonders, dass sie gleich aus dem Gedächtnis verschwinden, sobald sie darin aufgetaucht sind. Kann ja nicht jeder sieben Gehirne haben.
Wie auch immer, abgesehen von diesem langen Kapitel ist das Buch die meiste Zeit wirklich amüsant.
Walter Moers schreibt aus der Sicht des Blaubären, welcher sich wiederum direkt an uns Leser wendet, wodurch es hin und wieder zu Rechtfertigungen und Erklärungen kommt. Der Schreibstil ist verständlich und verwirrt wenn überhaupt lediglich durch die vielen Neologismen. Die aufkommenden Charaktere sind alle auf ihre Art besonders und irgendwie auch sympathisch, der Protagonist selber ebenso. Wichtige Personen waren als diese erkennbar und tauchten sie weitere Male auf, so erkannte man sie gleich wieder und wusste, mit wem man sich anlegt.
Das Buch hat einen roten Faden, jedes neue Leben nimmt Bezug auf die vorangegangenen und auf ihre ganz besondere Art ist die Handlung auch nachvollziehbar. Wie das Buch ausgeht und was alles kommt, das weiß man hier jedenfalls nicht und auch das Ende ist so und so.
Ich habe das Buch damals auf einem Flohmarkt gefunden und mitgenommen. Aufgrund der Panemchallenge habe ich es gelesen und war recht zufrieden. Es hatte ab und an seine Längen, aber das war okay.

Mitunter hat es seine Längen, aber denoch witzig und unterhaltsam geschrieben.


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